haltung

 

Um sich wohl zu fühlen, braucht das Meerschweinchen vor allem einen artgerechten Käfig. Unter artgerecht versteht man eine Käfig-Mindestgröße für 1 bis 3 Tiere von 100 x 50 cm. Zusätzlich sollte dem Meerschweinchen ein täglicher Auslauf in der Wohnung oder dem Garten gewährleistet werden.

Geeignete Käfige für Meerschweinchen sind in allen guten Zoofachhandlungen erhältlich. Sie bestehen meist aus einem Gitteroberteil und einer Plastikschale. Je nach Größe und Beschaffenheit der Käfige schwanken die Preise zwischen 30 und 80 €. Wer sich selbst einen Käfig bauen möchte, sollte für die Schale ebenfalls Plastik oder Zinkblech verwenden. Nimmt man Holz, sollte dieses beschichtet und damit abwaschbar sein, da es sich sonst mit Urin vollsaugt und somit einen Nährboden für Bakterien und Ungeziefer bietet und mit der Zeit der Uringeruch annehmen würde! Die Holzritzen lassen sich mit Silikon (Aquarium) gut abdichten. Die Schale sollte eine Höhe von 14 cm nicht unterschreiten, da die Tiere sonst beim Herumtoben sonst die Einstreu bald im ganzen Raum verteilt haben. Ein Dach braucht der Käfig in ausreichender Höhe (mind. 40 cm) nicht unbedingt, da Meerschweinchen bei weitem nicht so gut springen können, wie zum Beispiel Kaninchen. Wer seinen Tieren einen besonderen Luxus gönnen möchte, kann in den Käfig noch eine Zwischenetage einbauen, die meist auch recht gern benutzt wird. Zum Schlafen bzw. als Zuflucht dient ein Häuschen. Dieses kann man aus Holz oder Plastik kaufen oder auch selber bauen. Nur sollte es vorallem, wenn es aus Holz ist keinen festen Boden haben, da Meerschweinchen ihren Kot und Urin dort absetzen (Bakterienbrutplatz!). Angenagt wird das Haus im allgemeinen nicht, nur der eingang kann mit der Zeit etwas verbreitert werden. Beliebt bei den Meerschweinchen sind auch Rohrstücke aus hartem Kunststoff (Baustoffhandel). 

Wer den Tieren regelmäßig Auslauf im Garten bieten möchte, kann sich aus Drahtgeflecht ein Gehege bauen. Das Gehege sollte nach oben hingeschlossen sein, zum Schutz vor fremden Hunden, Katzen, Mardern usw., des weiteren kann man das Gehege sicherheitshalber zum Beispiel mit Zeltheringen im Boden verankern. Ohne Abdeckung nach oben hin dürfen die Tiere nur unter Aufsicht in das Gehege! Ein Boden ist nicht nötig, wenn die Tiere abends oder bei kühlerer Witterung wieder ins Haus geholt werden. Will man die Meerschweinchen den ganzen Sommer über draussen lassen, so kann man zusätzlich noch einen Hasenstall zu dem Auslauf stellen und einen Verbindungsgang bauen, durch den die Tiere bei Dunkelheit oder Regenwetter ins Schutzhaus gehen können. Das Gehege sollte seinen standort nicht in direkter Sonne haben, die Tiere sollen sich immer an einen schattigen Ort zurückziehen können, da sie sehr hitzschlaggefährdet sind! Als Futter- oder Trinkgefäße eignen sich Ton- oder Keramiktöpfe, da sie recht schwer sind und von den Meerschweinchen nicht so leicht umgestossen werden können. Hygienischer als Trinknäpfe sind Trinkflaschen, die regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit geprüft werden sollten. Eine Raufe für Heu und eventuell eine zweite für Saftfutter sollte nicht fehlen. Damit das Futter sauber und trocken bleibt und die Schweinchen sich nicht an eventuell gegorenem Futter den Magen verderben.

Damit ist die Grundeinrichtung der Meerschweinchenbehausung eigentlich schon komplett. Man macht den Tieren eine Freunde, wenn man ihnen frische Zweige (siehe auch Ernährung!) zum Benagen oder eine Steinplatte, auf der sie herumklettern können, anbietet. Der Käfig sollte an einem hellen, aber nicht extrem sonnigen Platz aufgestellt werden. Zugluft ebenso wie Bodennässe oder zu hohe Luftfeuchtigkeit (nur bis 65%) führen zu Lungenentzündung und Tod- also bei der Wahl des Käfigstandortes darauf achten!

Als Einstreu eignen sich Sägespäne, Hanfstreu oder Strohpellets. Stroh ist nur bei Aussenhaltung zusätzlich erforderlich - saugt schlecht Nässe auf, dient aber der Warmhaltung. Zeitungspapier als Unterlage ist ungeeignet, da e sbei Nässe zu riechen anfängt und von den Tieren meistens schnell zu kleinen Fetzen verarbeitet wird. Je nach Besetzung und Verschmutzungsgrad sollte der Käfig ein- bis zweimal die Woche gesäubert werden. Es empfiehlt sich, das Käfigunterteil mit heißem Waser zu reinigen, wobei sich Urinflecken mit Essigreiniger entfernen lassen. Nach den Trocknen kann es hin und wieder vorbeugend mit einem Ungezieferspray behandelt werden. Außerdem bieten die meisten Zoohandlungen Nagerdeos an. Sie sind aber unnötig, da ein sauber gehaltenes Meerschweinchen normalerweise nicht riecht! Erst nach Einwirkzeit des Desinfektionssprays wird frische Einstreu in den getrockneten Stall eingefüllt. Futter- und Wasserbehälter werden nach Bedarf mit heißem Wasser ausgespült.

Haltungformen

2 Böckchen:

Ein junges, noch nicht geschlechtsreifes Böckchen (3-4 Wochen alt) kann man meist problemlos zu einem älteren Böckchen setzen. Der ältere Bock kann bei dem jüngeren Bock noch nicht sein Geschlecht erkennen und wird es gurrend umwerben, als sei es ein Weibchen. Die Rangordnung ist schnell geklärt, der ältere Bock hat auch den höheren Rang. Normalerweise hält eine solche Freundschaft, solange keine Weibchen dazugesetzt werden oder die Böckchen getrennt werden. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der jüngere Bock mit zunehmendem Alter versucht dem älteren Bock den Rang streitig zu machen, vor allem, wenn er sich als besonders dominant entwickelt. In einem solchen Fall sollte man die Beiden besser trennen. 

Mehrere Weibchen:

Mehrere weibliche Tiere verstehen sich sehr gut miteinander, wenn der Käfig groß genug ist. Anfängliche Streitereien oder Beißereien, die allerdings nie ernsthafte Verletzungen nach sich ziehen, legen sich meist schnell, sobald die Rangordnung festgelegt ist. Spätestens nach 3-7 Tagen kehrt Harmonie ein. Wer sicher gehen will, sollte die Meerschweinchen auf neutralem Boden miteinander bekannt machen und beobachten. Probleme könnte es nur geben, wenn ein Weibchen schonsehr lange alleine gehalten wurde. Bei solchen Tieren ist es sehr schwer, sie wieder in eine Herde zu integrieren. Man kann natürlich auch ein kastriertes Männchen mit in den Käfig setzen, dieses sorgt dann noch zusätzlich für frieden.

Meerschweinchen und Zwergkaninchen:

Setzt man junge Meerscheinchen mit jungen Kaninchen zusammen, dann gewöhnen sie sich sehr schnell aneinander. Nur bei extrem triebhaften oder männlichen kaninchen kann es anfangs zu hetzjagden kommen. Trächtige Kaninchen kann man nicht mit Meerschweinchen zusammenhalten, da sie kein anderes Tier in ihrem Stall dulden. Auch bei einer evtl. Scheinträchtigkeit eines Kaninchens kann es zu Beißereien mit Meerschweinchen kommen. Bei älteren Tieren kann man nur durch ausprobieren herausfinden, ob sie sich gut vertragen. Eine änfängliche Freundschaft garantiert jedoch leider nicht immer eine Verträglichkeit auf Dauer! Es kann imm wieder mal vorkaommen, das ein Kaninchen eines Tages Aggressionen gegen das Meerschweinchen entwickelt und beide getrennt werden müssen!

Meine Haltung

Ich halte meine Tiere in einer Weibchengruppe mit einer Häsin und habe nur positive Erfahrungen gemacht. Den Tieren steht ein Gehege (300 x 120cm) in einem Kellerraum zur Verfügung. Meine Böckchen halte ich getrennt von den Weibchen in handelsüblichen Käfigen ( 100 x 60cm). Sie werden meist alleine gehalten oder mit Jungböcken vergessellschaftet, wenn kein Weibchen zum Decken da ist. Als Einstreu verwende ich Hanfstreu, da diese nicht so leicht im Haar meiner Tiere hängen bleibt und eine höhere Saugkraft als Sägespäne hat. Zusätzlich verwende ich noch geschroteten Fenchel, den ich über das Hanfstreu gebe, der für einen angenehmen Duft sorgt! 

Im Sommer kommen meine Tiere bei gutem Wetter nach draussen in den Garten. Dort steht meinen weiblichen Tieren ein etwa 3qm großes Areal zur Verfügung. Die Böckchen müssen sich mit kleinen Boxen zufrieden geben, da ich sie nur einzeln halten kann. Aber auch an diesem "Problem" wird noch gebastelt! :-))



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